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- Dieter Finzen
- In Mori (Stockelsdorf) bei Lübeck aufgewachsen, habe ich bereits von 1916 bis 1918 am Ersten Weltkrieg im Füsilierregiment "Königin" Nr. 86 teilgenommen. Im August 1939 wurde ich als Veteran in die Wehrmacht eingezogen. In diesem Blog veröffentliche ich mein Kriegstagebuch.
Freitag, 15. Februar 2013
Donnerstag, 14. Februar 2013
14. Februar 1940
Um 9 Uhr führe ich die 2. Schießabteilung zum Scharfschießen nach dem Schießstand Bent, 1 ½ Stunden von Detmold entfernt. Ich habe die Schießaufsicht. Bis 3 Uhr dauert die Geschichte. Wir schießen mit Gasmaske bei bösem Schneetreiben. Es ist nichts zu sehen. Die Schießergebnisse sind dementsprechend. Um 5 Uhr sind wir zurück, total fertig und abgespannt. Es gibt nur noch kaltes Mittagessen. Der Dienst ist ganz und gar auf die jungen Rekruten abgestimmt. Für uns ist er zu anstrengend; trotzdem müssen wir ihn mitmachen. Eine Handvoll „Alter“ ist noch da; ich bin der älteste. Es gibt wenig Freizeit.
IT
Dienstag, 12. Februar 2013
12. und 13. Februar 1940
Montag, 11. Februar 2013
11. Februar 1940
Sonntag. Die Kälte hält weiter an. Über Nacht sind 2 Kameraden aus dem Bett ins Kitchen gekommen. § 175. Nachmittags fahre ich mit der Strassenbahn nach Berlebeck, besichtige die Quellen und gehe zur Ruine Falkenberg hinauf. Vorher traf ich mit Hptm. Braesen und Feldw. Theo Fick zusammen.Hintergrund
§ 175 StGB stellte sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe.
Im Jahr 1935 verschärften die Nationalsozialisten den § 175, indem sie die Höchststrafe im Zuge einer Umdefinition vom Vergehen zum Verbrechen von vier Jahren auf fünf Jahre Gefängnis heraufsetzten. Durch Streichung des Adjektivs „widernatürlich“ wurde die traditionsreiche Beschränkung auf beischlafähnliche Handlungen aufgehoben. Der Straftatbestand war nun erfüllt, wenn „objektiv das allgemeine Schamgefühl verletzt und subjektiv die wollüstige Absicht vorhanden war, die Sinneslust eines der beiden Männer oder eines Dritten [zu] erregen“. Eine gegenseitige Berührung war nicht mehr erforderlich.
(Quelle: Wikipedia)
Background § 175 of the German Penal Code made sexual contact between men illegal. In 1935 the National Socialists made § 175 more severe, as by redefining it as a crime rather than an offense they increased the maximum sentence from 4 years to 5. By removing the adjective "unnatural" the long-standing restriction to acts simulating intercourse was removed. The statutory offence was now committed when "objectively general modesty was offended and subjectively the lascivious intention was present to arouse the sensuality of one of the two men or of a third party" Mutual physical contact was no longer required.
IT
Sonntag, 10. Februar 2013
10. Februar 1940
Samstag, 9. Februar 2013
9. Februar 1940
Nachmittags findet die Neuaufstellung der Kompanie statt. Die jungen Rekruten werden alle eingegliedert. Ich bleibe auf meinem bisherigen Posten. Die 25 Mann der alten Jahrgänge bis 96 rücken ab. Ich verabschiede mich von allen. Unter ihnen sind Reinecker, Wendt, Voigt, Bornhövd, Wehde, Osting, Jürgens, Frahm, Martens, Marek, Brüggmann und viele andere, mit denen ich in Munster Lager und Wolterdingen zusammen war. Der alte Verein bricht zusammen. Wann kommen wir dran? Wilstermann fährt auf Urlaub und nimmt einen Brief für Annemie mit. Seine Vertretung übernehme ich. Es ist sehr kaltes Wetter.
IT
Donnerstag, 7. Februar 2013
7. und 8. Februar 1940
Ich bin mit dem Ordnen des optischen Gerätes vollauf beschäftigt. Alles wird appellfähig auf der Kammer geordnet. Die Kameraden bis einschließlich 96 werden namhaft gemacht und werden uns morgen verlassen. Ich bleibe ungefähr als einziger Unteroffizier der Weltkriegsgeneration zurück.
IT
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