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In Mori (Stockelsdorf) bei Lübeck aufgewachsen, habe ich bereits von 1916 bis 1918 am Ersten Weltkrieg im Füsilierregiment "Königin" Nr. 86 teilgenommen. Im August 1939 wurde ich als Veteran in die Wehrmacht eingezogen. In diesem Blog veröffentliche ich mein Kriegstagebuch.

Montag, 13. September 2010

13. September 1917

Am 13. September war Parade vor dem Kronprinzen Rupprecht von Bayern. Der Kronprinz gab hier bekannt, daß der Einsatz der Division unmittelbar bevorstünde. Am Abend traf der Ablösungsbefehl ein. Das Regiment sollte in der Zeit vom 15. – 18. September das R.I.R. 119 vor dem Houthhulster Wald ablösen. Es gehörte nun zur 4. Armee.
[…]
In der Nacht vom 17.-18. September war die Ablösung vollendet. Sie verlief glatt, trotz lebhaftem Streufeuers bis tief ins Hintergelände. Der Anmarschweg führte durch den Houthulster Wald. In vielen Heeresberichten war es bereits erwähnt, und ein geheimes Grauen ging von seinem Namen aus wie früher von den verhexten Wäldern der Sage. „Houthulster Wald heißt zerhackte Waldstümpfe und brechendes Geäst, stürzende Bäume und entwurzelte Stümpfe, Houthulster Wald heißt hochspritzende Schlammwasser und wassergefüllte Trichter, heißt Rauch, Qualm, Höllenfeuer und Giftgas,“ so heißt es in der Geschichte des Nachbarregiments 85.

GB FRA IT

13. September 1917

Vormittags Paradeaufstellung vor seiner Königlichen Hoheit dem Kronprinzen Rupprecht von Bayern. In seiner Ansprache betont der Kronprinz, dass es uns leider nicht erspart bleibe, in die Flandernschlacht einzugreifen. Er erwarte von uns, dass wir als Angehörige einer sich oft bewährten Division auch hier unseren Mann stehen würden, dass wir auf sumpfigem Gefechtsfeld, auf dem es keine Stellungen gäbe, unseren alten Mut und unsere feste Entschlossenheit zeigten. Die Bescherung wäre also da! Wir hatten es schon seit langem geahnt.

Morning Parade before His Royal Highness the Crown Prince Rupprecht of Bavaria. In his address, the Crown Prince stressed that unfortunately we cannot be spared from the Battle of Ypres. He expects us being members of a good division. He also says that we are on a marshy battlefield on which there are no positions, our old courage, and our firm determination will show. Now we are having the problem!

We had suspected it for a long time.


FRA

Parata mattutina in presenza di Sua Altezza il Principe della Corona Rupprecht di Baviera. Nel suo discorso il Principe ha messo in evidenza che purtroppo non potremo evitare la battaglia di Ypres. Egli si aspetta molto da noi che facciamo parte di una bella Divisione. Ci dice, inoltre, che ci troviamo su un terreno di battaglia acquitrinoso sul quale non ci sono posizioni, ma si vedrà solo il nostro coraggio e la nostra ferma determinazione. Lì sarà la ricompensa!

Lo sospettavamo da un bel po' di tempo.


Sonntag, 12. September 2010

12. September 1917

Nachmittags machen wir mit unserem Zug eine Spazierfahrt ins Weltbad Ostende. Die Stadt selbst bietet durchaus nichts Interessantes; Dagegen ist der Strand sehr schön. Mächtige Hotels und Kurhäuser ziehen sich an der Strandpromenade entlang. Einige von ihnen sind durch Artilleriebeschuß durch die Engländer von der See her beschädigt, so z.B. das große Hotel „Atlantic“.
Am Strand haben die Deutschen hier und da große Küstengeschütze eingebaut; ebenso sieht man mächtige Scheinwerfer. Vor dem Kriege muß ein ungeheurer Badebetrieb in Ostende gewesen sein. Wer von uns hätte je gedacht, einen Blick auf die Nordsee von Flanderns Küste aus zu werfen? Da wir lange nicht gebadet haben und die Gelegenheit hier günstig ist, besinnen wir uns nicht lange und nehmen ein erfrischendes Bad. Abends fahren wir wieder nach Beernem zurück.

In the afternoon we take a train ride ito Ostend. The city itself offers absolutely nothing of interest; On the other hand, the beach is very beautiful. Huge hotels and spas line the beach promenade. Some of them are damaged by artillery bombardment by the British from the sea, such as the great hotel "Atlantic".
On the beach, the germany have built large coastal guns here and there, and powerful headlights. Before the war there must have been huge bathing in Ostend. Who would have ever thought of us, to have a look at the North Sea coast of Flanders ? Since we have not had a swim for a long time and the opportunity is good here, we take a dip. In the evening we drive back to Beernem.


FRA

Nel pomeriggio prendiamo un treno per fare un giro a Ostenda. La cittànon offre assolutamente nulla di interessante; d'altro canto, comunque, la spiaggia è molto bella. Grandi alberghi e centri termali delimitano la passeggiata a mare. Alcuni di essi sono danneggiati dai bombardamenti dell'artiglieria Inglese proveniente dal mare, come il grand hotel "Atlantic".
Sulla spiaggia i Tedeschi hanno piazzato grandi pezzi di artiglieria costiera e potenti riflettori. Prima della guerra devono esserci stati grandi stabilimenti balneari a Ostenda. Chi avrebbe mai detto che avremmo visto la costa del Mare del Nord dalle Fiandre? Dato che è tanto tempo che non ci facciamo una nuotata e l'occasione è ghiotta, ci tuffiamo. La sera torniamo a Beernem.


Mittwoch, 8. September 2010

8. September 1917

Große Nachrichtenübung der gesamten Division, die sehr interessant verläuft.

Great training throughout the Division, which seems very interesting.


FRA

Intenso addestramento per tutta la Divisione, sembra molto interessante.

Samstag, 28. August 2010

28. August 1917

Ausserhalb des Dorfes Beernem werden wir in einem noch bewohntem Nonnenkloster einquartiert. Morgens um 4 Uhr treffen wir hier ein und legen uns sofort schlafen. Um 9 Uhr stehe ich auf und schaue mir ersteinmal unsere Umgebung an. Das Kloster ist ein prächtiges Gebäude, das große und moderne Räume aufweist. Die Insassen sind Nonnen, die es mit ihren Pflichten sehr ernst nehmen und sich die Erziehung von Waisenkindern angelegen sein lassen. Einige Säle hat man für uns geräumt. Große Gärten umgeben das Kloster, die einen unerhörten Obstreichtum aufweisen. Kein Wunder, dass die Soldaten sich über das lange entbehrte Obst hermachen.


Dieter Finzen auf einer größeren Karte anzeigen

Um 10 Uhr vormittags müssen wir antreten zum Bauen. Wir sind noch müde von der vorhergehenden Nacht. Doch, was hilft es? Bis nachmittags um 5 Uhr haben wir unentwegt gebaut. Am abend gehen wir in dem großen Klostergarten spazieren, in dem es schöne Äpfel und Birnen, die saftigsten Eierpflaumen, Zwetschen und Pfirsiche zur Genüge gibt. Von der flandrischen Front ist anhaltendes, starkes Feuer vernehmbar. Die Gegend ringsrum ist wunderschön. Flandern ist überhaupt ein schönes Land. Die Häuser machen einen weit besseren und sauberen Eindruck als die bisher geschauten französischen. Auch überall sonst merkt man eine wohltuende Sauberkeit. Man spürt die Nähe Hollands. Die Bewohner sprechen alle flämisch, einige verstehen natürlich auch französisch. In unserem norddeutschen Platt können wir uns ganz vortrefflich mit den Leuten unterhalten, die allgemein sehr freundlich und liebenswürdig sind.

Die ersten Tage des September verbringen wir mit Übungsbau, theoretischem Unterricht und mit Exerzieren. Abends gehen wir gewöhnlich in das „Dreimäderlhaus“, ein kleines Gasthaus in der Nähe des Klosters. Dort spiele ich zuweilen Klavier.

Outside the village Beernem we are billeted in a convent that is still inhabited. We arrive here at four in the morning and go to sleep immediately. At 9 clock I get up and have an initial look to our surroundings. The monastery is a magnificent building, which has large and modern rooms. The inmates are nuns who take their responsibilities very seriously and take care of the education of orphans. Some halls have been cleared for us. Large gardens surround the monastery, which have an incredible richness of fruits. No wonder that the soldiers pounce upon the long absent fruit.

At 10 clock in the morning, we must begin to work. We are still tired from the previous night. But, what does it help? Until the afternoon by 5 clock we have work steadily. At night we go into the large monastery garden walk, where there are beautiful apples and pears, the juiciest plums eggs, plums and peaches in abundance. From the Flanders front, strong fire is heard. The area is beautiful around us. Flanders is all a beautiful country. The houses make a far better impression of what has been seen as it is clean and so far from the French. Everywhere else you notice a pleasant cleanliness. One senses the proximity of Holland. The residents all speak Flemish, some understand of course, French. In our northern German dialect, we can quite talk excellently to the people who are generally very friendly and amiable.

The first days of September, we spend with "exercise building", theoretical instruction and drill . At night we usually go to the "Dreimäderlhaus" (House of the three girls), a small guest house near the monastery. There, I sometimes play the piano.

FRA

Fuori dal villaggio di Beernem ci accampiamo in un convento tuttora abitato. Ci arriviamo alle 4 del mattino e ci mettiamo immediatamente a dormire. Alle 9 mi alzo e dò un'occhiata ai dintorni. il monastero è un edificio bellissimo, con grandi e moderne camere. Le ospiti del convento sono suore che prendono molto seriamente la loro responsabilità di educatrici degli orfani. Alcuni saloni sono stati puliti per noi. Ampi giardini circondano il monastero che una una incredibile profusione di frutti. Nessuna meraviglia che i soldati si avventano sui frutti da lungo tempo assenti.

Alle 10 del mattino dobbiamo esser pronti al lavoro. Siamo ancora stanchi dalla notte precedente. Ma a che serve? Fino alle 5 del pomeriggio lavoriamo con continuità. La sera tardi andiamo nei
vialetti del grande giardino dove ci sono magnifiche mele, pere, succosissime prugne, susine e pesche in abbondanza. Dal fronte delle Fiandre si sentono forti rombi di guerra. L'area intorno a noi è bellissima. Le Fiandre sono un bellissimo posto. Ovunque si nota un senso di pulizia. Si intuisce la vicinanza dell'Olanda.
Gli abitanti parlano tutti il Fiammingo, alcuni, naturalmente, capiscono il francese. Col nostro accento della Germania del nord riusciamo abbastanza bene a parlare con questa gente che è generalmente amichevole e cordiale.

Il primo giorno di settembre facciamo addestramento, istruzione teorica ed esercitazioni. La sera di solito andiamo alla "Dreimäderlhaus", una piccola foresteria vicino al monastero. Lì qualche volta suono il piano.

Freitag, 27. August 2010

27. August 1917

Vormittags um 10 Uhr rückt unser Fernsprechzug nach Cambrai ab. Wir verladen die Wagen und Pferde auf dem Bahnhof Annexe. Um 3 Uhr nachmittags Abfahrt des Transports über Denain, Valciennes, Mons, Ath, Gent nach Beernem. Hier treffen wir nachts um 1 Uhr ein. Im Stockdunkel gehen wir an das Ausladen der Pferde und Wagen. Nach einigen Stunden sind wir endlich fertig zum Abmarsch.

This morning at 10 clock moves from our Fernsprechzug to Cambrai. We load the wagons and horses on the station Annexe. At 3 clock in the afternoon we leave and travel via Denain, Valciennes, Mons, Ath, Ghent and Beernem. Here we meet at one in the morning. In the pitch dark, we go to the unloading of the horses and carriages. After a few hours we are finally ready to march.


FRA

Stamattina alle 10 ci muoviamo col nostro convoglio del plotone telefonisti verso Cambrai. Carichiamo i carri ed i cavalli alla stazione medesima. Alle 3 del pomeriggio partiamo via Denain, Valciennes, Mons, Ath, Ghent e Beernem. Qui ci ricongiungiamo all'1 del mattino. Nel buio più pesto ci portiamo allo scaricamento dei cavalli e dei carri. Dopo qualche ora siamo finalmente pronti a marciare.

Donnerstag, 19. August 2010

19. August 1917

Morgens mache ich mich auf den Weg nach Rumilly und kehre in mein altes Quartier zurück. Ich verrichte jedoch keinen Stationsdienst mehr, sondern arbeite an den Kabelgräben für eine neue Stellung.
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Die darauffolgende Zeit gleicht der Unruhe vor dem Sturm. Böse Gewitter sind unterdessen in Flandern heraufgezogen.
Wird uns das Schicksal vor der Flandernschlacht bewahren?
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In the morning I make my way to Rumilly and go back to my old area. I am doing are no more at the service station, but work on the cable trenches for a new position.
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The ensuing period is like before lull before the storm. Wicked storm, meanwhile, are happening in Flanders. Will fate save us from the Flanders battle front?
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FRA

Al mattino rifaccio la strada per Rumilly e torno alla mia vecchia posizione. Non si lavora più alla vecchia stazione, ma sulle nuove trincee per i cavi di comunicazione per una nuova posizione.
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Il periodo successivo è come la quiete prima della tempesta. Violenti attacchi, nel frattempo, hanno luogo nelle Fiandre. Ci salverà il destino dal fronte della battaglia delle Fiandre?
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