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- Dieter Finzen
- In Mori (Stockelsdorf) bei Lübeck aufgewachsen, habe ich bereits von 1916 bis 1918 am Ersten Weltkrieg im Füsilierregiment "Königin" Nr. 86 teilgenommen. Im August 1939 wurde ich als Veteran in die Wehrmacht eingezogen. In diesem Blog veröffentliche ich mein Kriegstagebuch.
Sonntag, 3. März 2013
Samstag, 2. März 2013
2. März 1940
½ 1 Uhr nachts komme ich in Osnabrück an. Ich gehe wieder in die Wehrmachtsunterkunftsstelle und schlafe einige Stunden. Um 6 Uhr fahre ich weiter nch Bünde und von hier nach Herford. Im Bahnhof wasche ich mich, trinke Kaffee im Wartesaal und fahre weiter nach Detmold. Gegen 10 Uhr komme ich zurück. Die Alten sind noch da. Es heißt, daß die Kompanie am kommenden Montag fort soll. Am Abend kommen alle alten Kameraden bis auf 3 fort zur Leichten Kolonne. Jetzt sind wir nur noch 2 Unteroffiziere und 3 Mann.
IT
Freitag, 1. März 2013
1. März 1940
Wieder fahre ich nach Vicht zum Landjäger, habe aber keinen weiteren Erfolg. Das 6. Bett ist nirgendwo zu finden. Ich gehe zum Baubüro und forsche dort nach und kehre dann zum Landjäger zurück, der mir für die untergestellten 5 Betten eine Quittung ausstellt. Seitens der Bevölkerung werde ich überall herzlich begrüßt. Alle wollen, daß die Schleswig-Holsteiner zurückkehren. Wir haben also einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Dann fahre ich zum Bauern Henz in Plattenhammer und erledige mit ihm meinen Dienstauftrag erfolgreich. Nun fahre ich schnell noch einmal zu Finks nach Zweifall. Auch hier ist die Freude groß. Am Nachmittag verabschiede ich mich von allen Bekannten in Münsteraue in Jägersfahrt. Mit der Straßenbahn fahre ich nach Vicht. Plötzlich merke ich, daß ich meine Gasmaske vergessen habe. Schnell steige ich aus und kehre nach Münsteraue zurück. Wieder geht es nach Vicht zurück. Hier steige ich in einen Omnibus der Organisation Todt, der mich nach Stolberg mitnimmt. Trotzdem habe ich noch 20 Minuten bis zum Bahnhof zu gehen, komme aber immerhin noch 20 Minuten zu früh an. Der Urlauberzug fährt pünktlich ab. Die Fahrt geht über Aachen, München-Gladbach, Krefeld, Duisburg, Wanne-Eickel, Münster nach Osnabrück.
In the afternoon I take my leave of all my acquaintances in Münsteraue and Jägerfahrt. I go by tram to Vicht. Suddenly I notice that I have left my gas mask behind. I get out quickly and go back to Münsteraue. Then head back to Vicht. Here I get a bus belonging to the Organisation Todt which takes me to Stolberg. Despite this I have a 20 minute walk to the station but still get there 20 minutes early. The train for men on leave sets of on time. The route takes us through Aachen, München-Gladbach, Krefeld, Duisburg, Wanne-Eickel, Münster to Osnabrück.
IT
Donnerstag, 28. Februar 2013
29. Februar 1940
Ferntrauung
Ferntrauung im Zweiten Weltkrieg
Die Möglichkeit einer Ferntrauung bestand seit dem 4. November 1939 auf der Grundlage des Personenstandsgesetzes. Notwendig waren dazu eine Willenserklärung des Soldaten vor dem Bataillonskommandeur, eine eidesstattliche Erklärung über die „arische Abstammung“ und die Heiratsgenehmigung des OKW für das Standesamt der Braut. Zur Beschleunigung konnte auf vollständige Papiere verzichtet werden und es reichte eine einfache schriftliche Erklärung.Die Trauung im heimatlichen Standesamt wurde durch zwei Trauzeugen bestätigt. Umgangssprachlich wurde diese Ferntrauung als „Stahlhelmtrauung“ oder „Trauung mit dem Stahlhelm“ bezeichnet, da bei der Zeremonie im Standesamt ein Stahlhelm an die Stelle gelegt wurde, die ansonsten der Bräutigam einnehmen würde.
Quelle: Wikipedia
when the mood demands it.
Marriage by proxy is brought in,
the union is enacted solely in writing.
If the husband then falls for the Fatherland, then the wife has the pension in her hand"
The option of marriage by proxy had existed from 4 November 1939 as a principle in civil/marital law. What was necessary was a declaration of consent made by the soldier to the battalion commander, a sworn declaration of "aryan descent" and the marriage permission of the local army commander on behalf of the bride's local registry ofice. When it was necessary to speed things up all the paperwork was set aside and all that was required was a simple written declaration.
The marriage in the home registry office was confirmed by two witnesses. This marriage by proxy was commonly called a "steel helmet marriage" or "marriage to the steel helmet", since at the ceremony at the registry office a steel helmet was set at the place which the bridegroom would otherwise occupy.
IT
28. Februar 1940
Um 2 Uhr lasse ich mich wecken und gehe zum Bahnhof. Hier ist alles abgesperrt. Wir kommen nicht durch die Sperre, denn auf dem Bahnsteig hält ein Sonderzug der obersten Heeresleitung. Nachdem dieser weg ist, fahre ich mir einem Urlauberzug über Münster, Duisburg, München-Gladbach, Aachen nach Stolberg. 840 Uhr komme ich hier an. Mit der Straßenbahn fahre ich über Vicht nach Jägersfahrt. Dort von der Familie Bungenberg herzlich begrüßt. Eine große Überraschung! Im Hause ist viel Einquartierung. Mein ehemaliges Zimmer ist auch belegt. Nachmittags gehe ich nach Junkershammer. Mein Dienstauftrag lautet, hier 4 Bunkerbetten sicherzustellen, die die Kompanie zurückgelassen hat. 3 Betten vermag ich ausfindig zu machen. Ich halte auf der Straße ein Lastauto an und befördere die Betten nach Vicht. Ich fahre mit dem Rad hinterhehr. Dann schnappe ich mir ein Paar Soldaten, die die Betten zum Landjäger schleppen. Ich Vicht sollen 2 weitere Betten sein. Eins finde ich im grünen Schuppen und trage es auch zum Landjäger. Weiteres Nachforschen von Haus zu Haus ist ohne Erfolg. Ich fahre nach Junkershammer zurück und treibe dort ein weiteres Bett auf.
According to my instructions I am to secure 4 bunk-beds which the company left behind. I manage to locate 3 beds. I stop a lorry on the road and send the beds to Vicht. I cycle after it. Then I get hold of a couple of soldiers who drag the beds to the police station. 2 more beds are supposed to be in Vicht. I find one in the green shed and take it to the police. Further house-to-house searches are fruitless. I go back to Junkershammer and get hold of another bed.
IT
Mittwoch, 27. Februar 2013
27. Februar 1940
Mittags bekomme ich plötzlich Bescheid, daß ich eine Dienstreise nach Vicht-Jägersfahrt machen soll. Ich freue mich! 721 Uhr abends fahre ich von Detmold ab über Herford, Bünde, Osnabrück. Hier habe ich längeren Aufenthalt von 2240 Uhr bis 240 Uhr. Ich gehe in eine Wehrmachtsunterkunftsstelle in der Nähe des Bahnhofs und lege mich dort schlafen.
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