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In Mori (Stockelsdorf) bei Lübeck aufgewachsen, habe ich bereits von 1916 bis 1918 am Ersten Weltkrieg im Füsilierregiment "Königin" Nr. 86 teilgenommen. Im August 1939 wurde ich als Veteran in die Wehrmacht eingezogen. In diesem Blog veröffentliche ich mein Kriegstagebuch.

Freitag, 2. August 2013

2. August 1940

Abends fahren wir auf einem Lastauto mit 10 Mann nach Brügge. Wir sollen ins Theater und uns den „Raub der Sabinerinnen“ ansehen. Unser Platz auf dem 4. Rang ist aber so schlecht, daß wir das Theater verlassen und ins Lokal gehen.
 
In the evening 10 of us go in a lorry to Bruges. We are supposed to go to the theatre to see "The Rape of the Sabine Women".But our seats in the 4th row are so bad that we leave the theatre and go to the pub.


FRA IT

Dienstag, 30. Juli 2013

30. Juli 1940

Der Hauptmann geht fort. Oberlt. Bogner wird wieder Kompanieführer.
 
The captain is leaving. Senior Lieutenant Bogner is in charge of the company once more.


FRA IT

Dienstag, 23. Juli 2013

23. Juli 1940

Mein Geburtstag! In kleiner Runde trinken wir am Abend einige Flaschen Bier. Niemand spricht mehr von Ablösung oder Entlassung. Wir sind zu oft enttäuscht worden. Sollen wir bis Kriegsende bei der Kompanie bleiben? Das Leben in unserem kleinen Dorf verläuft zu eintönig. Es gibt nicht die geringste Abwechslung.
 
My birthday! A small group of us have a few bottles of beer in the evening. Nobody mentions relief or demobilisation any more. We have been disappointed too often. Are we to stay with the company until the end of the war? Life in our little village carries on too monotonously.   There is not the slightest variety.



FRA IT

Sonntag, 21. Juli 2013

21. Juli 1940

Wir fahren mit unserem Auto auf große Tour. Zunächst fahren wir nach Turhout, um dort von der Beutesammelstelle Zeltzubehörteile zu holen. Weiter geht es über Kortemark in unser altes Kampfgebiet aus dem Weltkrieg, über Staden, wo wir 1917 durch Fliegerbomben schwere Verluste hatten, nach Houthulst und durch den Houthulster Wald seligen Angedenkens. Der Wald, der damals bös zusammengeschossen, ja fast vernichtet war, steht wieder- allerdings mächtig verjüngt. Während er Vorbeifahrt vermag man nirgends Spuren der gewaltigen Kämpfe zu entdecken. Alle Ortschaften sind neu aufgebaut. 
Wir fahren nach Ypern, der schönen Stadt, und es gelingt mir, bei einem Kohlehändler 10 Ztr. Brikett zu bekommen. Von der Familie werden wir sehr freundlich aufgenommen und sogar mit Zigaretten und Bier traktiert. Dann fahre ich zu einer Verwaltungsstelle der „Deutschen Kriegsgräberfürsorge“, um dort Auskünfte über Willis Grab in Frankreich zu erhalten. Das Büro ist geschlossen. Kein Wunder – es ist Sonntag! Ich forsche nach der Privatwohnung des belgischen Direktors, mache mich auf dem Weg nach dort und treffe nach einigem Warten in der Wohnung den Herrn selbst. Er ist sehr freundlich, ebenso seine Familie. Auskünfte über Kriegsgräber in Frankreich vermag er jedoch nicht zu geben. Wir speisen in einem sauberen Lokal zu Mittag. 

Durch das gewaltige von den Engländern nach dem großen Kriege errichtete Tor, das dem Andenken Tausender britischer Soldaten gewidmet ist, denen kein bekanntes Grab beschieden war, verlassen wir die Stadt, die in früheren Jahrhunderten einmal eine große Rolle gespielt hat.
Wir fahren über Zonnebeke, an vielen deutschen, englischen und belgischen Soldatenfriedhöfen vorbei, über Paschendaele, Poelkapelle, Houthulst nach Dixmuiden und weiter über Beerst, Leke, Moere nach Gistel. Um 5 Uhr sind wir wieder in Bekegem. Abends U.v.D.


Anmerkung:
Bei "Willi" handelt es sich um seinen Jugendfreund
Willy Johst, Inf. Reg. 162 (Infanterie-Regiment „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162).
Er fiel ganz in der Nähe von Dieter am 19.04.1918




12. Mai 1917
18. April 1918 / 20. April 1918 



We go on a great tour with the car. First we go to Turhout in order to get tent parts from the centre for captured goods (literally “loot collection centre”). We go on through Kortemark into our old combat area from the World War, through Staden, where aerial bombing caused us heavy losses in 1917, to Houthulst and through the Houthulst Forest of blessed memory. The forest, which at that time was badly shot up, in fact almost destroyed, stands once more – admittedly very much younger. As we drive past there is nowhere that we can spot traces of the heavy fighting. All the villages have been reconstructed from scratch.We go to Ypres, that lovely town, and I manage to get 10 hundredweight of briquettes at a coal-merchant’s. We are welcomed in a very friendly way by his family and even bullied into accepting cigarettes and beer. Then I go to an administrative base of the “German War Graves Authority” in order to get information there about Willi’s grave in France. The office is shut. No wonder – it is Sunday! I enquire about the private address of the Belgian director, head off there and after a bit of a wait meet the gentleman himself in his house. He is very friendly, as is his family. However he is not able to give information about graves in France. We eat lunch in a clean pub.
 

We leave the town through the mighty gateway built by the English after the Great War, which is dedicated to the memory of the thousands of British soldiers who had no known grave.This town  played an important rôle in previous centuries. We go through Zonnebeke, past many German, English and Belgian military cemeteries, through Paschendaele, Poelkapelle, Houthulst to Dixmuiden and on through Beerst, Leke, Moere to Gistel.






Note:
"Willi" refers to his childhood friend Willy Johst, Inf. Reg. 162 (Infanterie-Regiment „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162).
He was killed on 19.04.1918 very close to where Dieter was at the time.



12. Mai 1917
18. April 1918 / 20. April 1918 



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Freitag, 19. Juli 2013

Hitlers Rede vor dem Reichstag am 19.07.1940

Nach Beendigung des Westfeldzuges hält Hitler eine Rede vor dem Reichstag:

"Mister Churchill hat soeben wieder erklärt, daß er den Krieg will. Er hat nun vor etwa sechs Wochen mit dem Krieg in dem Raum begonnen, in dem er anscheinend glaubt wohl besonders stark zu sein, nämlich dem Luftkrieg gegen die Zivilbevölkerung. ... Allein, ich bin mir darüber im klaren, daß die Fortführung dieses Kampfes nur mit der vollständigen Zertrümmerung des einen der beiden Kämpfenden enden wird. In dieser Stunde fühle ich mich verpflichtet, vor meinem Gewissen noch einmal einen Appell an die Vernunft auch in England zu richten. Ich glaube, dies tun zu können, weil ich ja nicht als Besiegter um etwas bitte, sondern als Sieger nur für die Vernunft spreche. Ich sehe keinen Grund, der zur Fortführung dieses Kampfes zwingen könnte. Ich bedauere die Opfer, die er fordern wird."


Die Rede als Tondokument Teil 1


 
After the conclusion of the Western campaign Hitler delivers a speech to the parliament *:

"Mister Churchill has just explained once more that he wants war.   It is 6 weeks now since he got involved in war in the area in which he apparently thought he was particularly strong, namely aerial warfare against the civilian population....   I alone, however, am absolutely clear that the prosecution of this struggle can only end with the total destruction of one of the two combatants.   At this moment I feel that it is my duty as a matter of conscience once more to direct a plea to reason in England too. I believe that I can do this not because I am begging for something as the vanquished, but because as conqueror I speak only for reason.   I can see nothing which could force the continuation of this struggle.   I lament the victims which it will claim".

*This was the speech in which he appeared to offer peace to Britain and her allies.



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19. Juli 1940

Vormittags Typhus-Schutzimpfung. Abends um 7 Uhr hören wir im „Château“ zu Gistel die Übertragung der Führerrede aus dem Reichstag. Alle sind gewaltig beeindruckt.
 
In the morning typhus inoculations. In the evening at 7 in the "chateau" of Gistel we listen to the broadcast of the Führer's speech* from parliament**. All are hugely impressed.

* to mark the end of the successful campaign in the West
** not the familiar Reichstag building. After the 1933 fire the so-called parliament met in the Kroll Opera House.


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Donnerstag, 18. Juli 2013

18. Juli 1940

Beendigung des Sportfests.
 
End of the sports festival.


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