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Mein Bild
In Mori (Stockelsdorf) bei Lübeck aufgewachsen, habe ich bereits von 1916 bis 1918 am Ersten Weltkrieg im Füsilierregiment "Königin" Nr. 86 teilgenommen. Im August 1939 wurde ich als Veteran in die Wehrmacht eingezogen. In diesem Blog veröffentliche ich mein Kriegstagebuch.

Freitag, 1. März 2013

1. März 1940

Wieder fahre ich nach Vicht zum Landjäger, habe aber keinen weiteren Erfolg. Das 6. Bett ist nirgendwo zu finden. Ich gehe zum Baubüro und forsche dort nach und kehre dann zum Landjäger zurück, der mir für die untergestellten 5 Betten eine Quittung ausstellt. Seitens der Bevölkerung werde ich überall herzlich begrüßt. Alle wollen, daß die Schleswig-Holsteiner zurückkehren. Wir haben also einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Dann fahre ich zum Bauern Henz in Plattenhammer und erledige mit ihm meinen Dienstauftrag erfolgreich. Nun fahre ich schnell noch einmal zu Finks nach Zweifall. Auch hier ist die Freude groß. 
Am Nachmittag verabschiede ich mich von allen Bekannten in Münsteraue in Jägersfahrt. Mit der Straßenbahn fahre ich nach Vicht. Plötzlich merke ich, daß ich meine Gasmaske vergessen habe. Schnell steige ich aus und kehre nach Münsteraue zurück. Wieder geht es nach Vicht zurück. Hier steige ich in einen Omnibus der Organisation Todt, der mich nach Stolberg mitnimmt. Trotzdem habe ich noch 20 Minuten bis zum Bahnhof zu gehen, komme aber immerhin noch 20 Minuten zu früh an. Der Urlauberzug fährt pünktlich ab. Die Fahrt geht über Aachen, München-Gladbach, Krefeld, Duisburg, Wanne-Eickel, Münster nach Osnabrück.
 
I go back once again to Vicht, to the gendarme, but without any more success. the sixth bed is nowhere to be found. I go to the field ofice and enquire there and then returnto the gendarme, who writes me a receipt for the 5 beds in storage. As far as the locals are concerned, I am warmly welcomed everywhere. Everybody wants the Schleswig-Holstein troops to return. So we have left behind a really good impression. Then I go to farmer Henz in Plattenhammer and successfully conclude my business with him. Now I go quickly to the Finks once more in Zweifall. Must joy here too.
In the afternoon I take my leave of all my acquaintances in Münsteraue and Jägerfahrt. I go by tram to Vicht. Suddenly I notice that I have left my gas mask behind. I get out quickly and go back to Münsteraue. Then head back to Vicht. Here I get a bus belonging to the Organisation Todt which takes me to Stolberg. Despite this I have a 20 minute walk to the station but still get there 20 minutes early. The train for men on leave sets of on time. The route takes us through Aachen, München-Gladbach, Krefeld, Duisburg, Wanne-Eickel, Münster to Osnabrück. 


FRA IT

Donnerstag, 28. Februar 2013

29. Februar 1940

Ich befördere das sichergestellte Bett mit einem Lastauto nach Vicht zum Landjäger, mit dem ich die ganze Angelegenheit bespreche. Ich stelle weitere Nachforschungen in Vicht an und wende mich an die im Ort liegende Truppe. Auch die in Münsteraue liegende Einheit setze ich in Kenntnis.
 
I dispatch the bed that I secured by lorry to Vicht to the gendarme with whom I discuss the whole situation. I pursue further enquiries in Vicht and take my enquiries to the troops based there. I also notify the unit based in Münsteraue.


FRA IT

Ferntrauung





















Ferntrauung im Zweiten Weltkrieg
 

Die Möglichkeit einer Ferntrauung bestand seit dem 4. November 1939 auf der Grundlage des Personenstandsgesetzes. Notwendig waren dazu eine Willenserklärung des Soldaten vor dem Bataillonskommandeur, eine eidesstattliche Erklärung über die „arische Abstammung“ und die Heiratsgenehmigung des OKW für das Standesamt der Braut. Zur Beschleunigung konnte auf vollständige Papiere verzichtet werden und es reichte eine einfache schriftliche Erklärung.

Die Trauung im heimatlichen Standesamt wurde durch zwei Trauzeugen bestätigt. Umgangssprachlich wurde diese Ferntrauung als „Stahlhelmtrauung“ oder „Trauung mit dem Stahlhelm“ bezeichnet, da bei der Zeremonie im Standesamt ein Stahlhelm an die Stelle gelegt wurde, die ansonsten der Bräutigam einnehmen würde.



Quelle: Wikipedia
 
"What doesn't Father State do
when the mood demands it.
Marriage by proxy is brought in,
the union is enacted solely in writing.
If the husband then falls for the Fatherland, then the wife has the pension in her hand"

The option of marriage by proxy had existed from 4 November 1939 as a principle in civil/marital law. What was necessary was a declaration of consent made by the soldier to the battalion commander, a sworn declaration of "aryan descent" and the marriage permission of the local army commander on behalf of the bride's local registry ofice. When it was necessary to speed things up all the paperwork was set aside and all that was required was a simple written declaration.

The marriage in the home registry office was confirmed by two witnesses. This marriage by proxy was commonly called a "steel helmet marriage" or "marriage to the steel helmet", since at the ceremony at the registry office a steel helmet was set at the place which the bridegroom would otherwise occupy.



FRA IT

28. Februar 1940

Um 2 Uhr lasse ich mich wecken und gehe zum Bahnhof. Hier ist alles abgesperrt. Wir kommen nicht durch die Sperre, denn auf dem Bahnsteig hält ein Sonderzug der obersten Heeresleitung. Nachdem dieser weg ist, fahre ich mir einem Urlauberzug über Münster, Duisburg, München-Gladbach, Aachen nach Stolberg. 840 Uhr komme ich hier an. Mit der Straßenbahn fahre ich über Vicht nach Jägersfahrt. Dort von der Familie Bungenberg herzlich begrüßt. Eine große Überraschung! Im Hause ist viel Einquartierung. Mein ehemaliges Zimmer ist auch belegt. Nachmittags gehe ich nach Junkershammer. 
Mein Dienstauftrag lautet, hier 4 Bunkerbetten sicherzustellen, die die Kompanie zurückgelassen hat. 3 Betten vermag ich ausfindig zu machen. Ich halte auf der Straße ein Lastauto an und befördere die Betten nach Vicht. Ich fahre mit dem Rad hinterhehr. Dann schnappe ich mir ein Paar Soldaten, die die Betten zum Landjäger schleppen. Ich Vicht sollen 2 weitere Betten sein. Eins finde ich im grünen Schuppen und trage es auch zum Landjäger. Weiteres Nachforschen von Haus zu Haus ist ohne Erfolg. Ich fahre nach Junkershammer zurück und treibe dort ein weiteres Bett auf.
 
I arrange to be woken at 2am and go to the station. Here everything is blocked off. We can't get through the barrier, since a special train for the army's Supreme Command is at the platform. Once it has gone I take a train for troops on leave through Münster, Duisburg, München-Gladbach, Aachen to Stolberg. At 8.40 I arrive here. I go by tram through Vicht to Jägersfahrt. A warm welcome from the Bungenburg family. A great surprise! Many men billeted in the house. My old room is also occupied. In the afternoon I go to Junkershammer.
According to my instructions I am to secure 4 bunk-beds which the company left behind. I manage to locate 3 beds. I stop a lorry on the road and send the beds to Vicht. I cycle after it. Then I get hold of a couple of soldiers who drag the beds to the police station. 2 more beds are supposed to be in Vicht. I find one in the green shed and take it to the police. Further house-to-house searches are fruitless. I go back to Junkershammer and get hold of another bed.




FRA IT

Mittwoch, 27. Februar 2013

27. Februar 1940

Mittags bekomme ich plötzlich Bescheid, daß ich eine Dienstreise nach Vicht-Jägersfahrt machen soll. Ich freue mich! 721 Uhr abends fahre ich von Detmold ab über Herford, Bünde, Osnabrück. Hier habe ich längeren Aufenthalt von 2240 Uhr bis 240 Uhr. Ich gehe in eine Wehrmachtsunterkunftsstelle in der Nähe des Bahnhofs und lege mich dort schlafen.
 
A mid-day I am suddenly told that I have to visit Vicht-Jägersfahrt. I am delighted! At 7.21 p.m. I set off from Detmold through Herford, Bünde, Osnabrück. Here I have a longer stop from 22.40 till 24.00. I go to an army hostel near the station and have a sleep.


FRA IT

Dienstag, 26. Februar 2013

26. Februar 1940

Morgens werde ich zum erstenmal vom Dienst abgestellt. Es ist Probeladen. Nachmittags 3-4 Uhr nehme ich am französischen Unterricht teil, der von einem Dolmetscher (!) abgehalten wird.
 
In the morning for the first time I am taken off duty. It is a trial loading exercise. In the afternoon from 3-4 I take part in a French class, led by an interpreter (!).

FRA IT

Montag, 25. Februar 2013

25. Februar 1940

Wieder ein Sonntag. Es ist herrlicher Sonnenschein. Am Nachmittag mache ich mit Maiwaldt einen Spaziergang nach Hiddesen.

 
Sunday again. There is glorious sunshine. In the afternon I have a walk with Maiwaldt to Hiddesen.


FRA IT